Physikalische Therapie

Die Behandlung mit Bädern wird auch als Balneotherapie oder balneologische Therapie bezeichnet. Ihr kommt eine eine sehr lange Tradition zu, die sich sich über Jahrtausende zurückverfolgen lässt. Bäder sind in der Regel keine isolierte Maßnahme sondern in einen umfassenden Behandlungsplan eingebunden.

Im Bad sind der Körper oder Körperteile dem Badmedium ausgesetzt (Vollbad, Teilbad). Entweder befindet sich der Patient in Ruhe (Wannenbad) oder er führt im Rahmen einer Bewegungstherapie Übungen durch (Bewegungsbad). Medizinische Bäder im engeren Sinne sind Wannenbäder mit Badezusätzen aus dem Arzneimittelhandel. Badinhaltsstoffe können auch in den Heilquellen der Kurorte zur Geltung kommen (z. B. Kohlensäure, Mineralien). Zudem kann der elektrische Strom ein Badfaktor sein (z. B. Hydroelektrische Bäder, Stangerbad).

Physikalisch-balneologische Behandlung

Anwendungsbereiche

Bäder, die Badpräparate einsetzen, fordern eine Kenntnis der Wirkungen dieser Stoffe. Häufig finden sich in Badezusätzen antirheumatische und durchblutungsfördernde Wirkstoffe. Meist werden rheumatologische und dermatologische Heilanzeigen beansprucht, auch Durchblutungsstörungen und nicht zuletzt allgemeine Befindlichkeitsstörungen. Die Kombinationswirkung des Bades aus mechanischen, thermischen und chemischen Wirkfaktoren trifft gerade beim Rheumatischen Formenkreis auf eine therapeutisch günstige Weise zusammen. Das Stangerbad (Elektrobad) gehört auch in diesen Bereich und wird vor allem bei Schmerzzuständen der Wirbelsäule eingesetzt. Unter den kreislaufwirksamen Stoffen ist die Kohlensäure ein lange bekannter Badinhaltsstoff (Kohlensäurebad), der wiederum andere Heilanzeigen begründet hat (z. B. arterielle Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck).